Top-Thema: Ist die Bundesliga konkurrenzfähig?

Veröffentlicht am 29.Apr.2013, 15:48 Uhr von |

Ist die Bundesliga konkurrenzfähig?
Es sieht ja fast so aus, als wenn es im Champions-League-Finale in London zu einem deutschen Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund kommen sollte. Es müsste ja in der kommenden Tagen schon ein kleines Fußballwunder geschehen, damit Barcelona und Real Madrid doch noch ihrerseits ins Finale kommen. Aber daran mag im Moment keiner, zumindest kein deutscher Fußball-Fan, denken und glauben. Aus diesem Blickwinkel geht es dem deutschen Club-Fußball so gut wie schon lange nicht mehr, oder etwa nicht?

Der Schein trügt
Auch wenn Dortmund berechtigterweise (wahrscheinlich) ins Champions-League-Finale einziehen wird: Der FC Bayern spielt diese Saison tatsächlich nochmals in einer anderen Liga. Man könnte auch schon fast Dimension oder wie von einem anderen Planeten sagen. Und für nächste Saison wird beim FCB auch schon vorgesorgt: Für knappe 40 Millionen wurde bereits Dortmund-Star Mario Götze verpflichtet, Lewandowski soll ebenfalls noch kommen. Glaubt man den Gerüchten, geht ein Santana zum FC Schalke 04. Droht Dortmund der absolute Ausverkauf an Spielern? Und wenn ja: Was passiert nächste Saison mit der restlichen Mannschaft beim neuerlichen Wiederaufbau? Und warum passiert das nie den Bayern?

Bayern München – eine Liga für sich?
Es gibt viele Gründe, warum der FC Bayern derzeit dort steht, wo er steht. Über die Jahre wurde zum einen ein sehr homogenes Umfeld geschaffen, in denen Trainer und Mannschaft gut miteinander arbeiten können. Die Erfolge spülen dann auch das Geld in die Kasse. Und das Geld hat der FCB sehr clever in die Hand genommen. Bayern hat quasi keine zweite Mannschaft mehr, sondern zwei gleichwertig A-Mannschaften.

Gelder via Sponsoring
In der heutigen Zeit machen einen ebenso großen Anteil der Einnahmen die Werbung und das Sponsoring aus. Und auch da kann der FCB aus dem Vollen schöpfen. Schließlich macht Erfolg attraktiv. Ob T-Com oder Allianz: Die deutschen Top-Konzerne wollen allesamt Werbeflächen beim FCB mieten oder ein Sponsoring-Vertrag ergattern. Und der Verein kann sich die Rosinen heraus picken, während erfolglosere Vereine mit KIK oder Schlachthäusern als Hauptsponsor auflaufen müssen.

Andere Regeln, andere Sitten
Obwohl in der EU mittlerweile versucht wird, alles zu vereinheitlichen, gibt es doch unterschiedliche Statuten bei der UEFA bzw. den nationalen Ligen. So ist es im Ausland kein Problem, sich sehr hoch (etwa für den Kauf von Star-Spielern) zu verschulden. In Deutschland bekommt man schon fast keine Lizenz mehr, wenn man den Neubau eines kompletten Stadions nicht aus der eigenen Tasche bezahlen kann. Von Ablösesummen eines Götzes träumen alle außer den Bayern in Deutschland, da diese Summen (ohne Kredite) kein Verein stemmen könnte. Würde das ein deutscher Club machen, würde er keine Lizenz für die erste deutsche Liga erhalten. Im Ausland interessiert sich niemand für die Höhe der Verschuldung und die Liquidität.

Verbotene Sponsoren?
Zudem darf sich im Ausland jeder Verein frei seinen Hauptsponsor aus dem besten Angebot aussuchen. Doch in der Bundesrepublik sind Sponsoren aus dem Bereich Glücksspiel und Pokerräume, wie etwa bwin, verboten. Dieses Verbot wurde erst eingeführt, nachdem Bayern in der Saison 11/12 mit Trikot-Sponsoren aus der Glücksspiel-Sparte aufgelaufen ist. Real Madrid darf noch heute mit bwin als Trikot-Sponsor auflaufen. Andere Länder, andere Regeln, trotz gleichem UEFA Verband. Die Verschuldungs- und Sponsoring-Regeln sollten wirklich noch einmal überdacht und vereinheitlicht werden, damit nicht jede nationale Liga ihr eigenes Süppchen kocht. Das führt im schlimmsten Fall zu Wettbewerbsverzerrung. Ok, dieses Jahr kann es uns egal sein, wenn Evonik tatsächlich über bwin dominiert.



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