Götze, Schweinsteiger, Podolski und Mertesacker: Wer kann wen in der Nationalelf ersetzen?

Veröffentlicht am 16.Feb.2012, 11:27 Uhr von |

Kopf der deutschen Mannschaft: Bastian Schweinsteiger soll das DFB-Team zum EM-Titel führen. Bild: Wikipedia/Новикова Юлия

Kopf der deutschen Mannschaft: Bastian Schweinsteiger soll das DFB-Team zum EM-Titel führen. Bild: Wikipedia/Новикова Юлия

Erst fiel einer seiner Kreativ-Motoren im Mittelfeld aus, dann verletzte sich auch noch einer, auf dessen Tore sich Bundestrainer Joachim Löw stets verlassen konnte: Dass Mario Götze vom Deutschen Meister Borussia Dortmund und Lukas Podolski vom 1. FC Köln beim Test der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich am 29. Februar im Bremer Weserstadion fehlen werden, war Löw schon bekannt. Kurz darauf folgte die nächste Hiobsbotschaft, weil sich mit Bastian Schweinsteiger auch ein defensiver Mittelfeldmann verletzte.

Und jetzt also auch noch Per Mertesacker, der erfahrenste Mann in den Innenverteidigung: Vier Wochen Pause für „Merte“, der ohnehin irgendwie noch nicht so richtig beim FC Arsenal angekommen ist. Fehlt eigentlich nur noch ein verletzter Torwart, dann wäre die „Achse des Schreckens“ komplett, die – verletzungsfrei – so mancher EM-Teilnehmer sicher ganz gerne in seinen Reihen wüsste.

Statt Mario Götze warten viele weitere Optionen

Und was macht der Bundestrainer? Das, was er eigentlich immer tut: Er setzt gekonnt ein Lächeln auf, winkt kurz ab und sagt: „Die Vereine müssen sich schon mehr Sorgen machen, ich weniger. Für uns ist das jetzt noch zu verkraften.“ Ein Hinweis darauf, dass alle vier Ausfälle wohl zu den Kandidaten gehören, die Joachim Löw auch für die EM 2012 in Polen und der Ukraine nominieren wird. Oder aber, dass der Bundestrainer schon längst einen Plan B in der Schublade hat, wie er diese Spieler adäquat ersetzt beziehungsweise seine Taktik dementsprechend modifiziert, damit es passt. Auch wenn es sich kurios anhören mag: Mario Götze ist als absoluter Neuling im DFB-Team noch am leichtesten zu ersetzen. Erprobt ist Mesut Özil, beraubt wird Joachim Löw nur Option, mit Özil und Götze zwei offensivstarke Mittelfeldleute gleichzeitig einzusetzen. Falls er das plant, gibt es aber noch ausreichend weitere Möglichkeiten, allen voran Marco Reus von Borussia Mönchengladbach oder aber Toni Kroos, der seine besten Spiele bislang für die Bayern machte, wenn er direkt hinter den Spitzen agierte.

Bei „Poldis“ Aus warten aussichtsreiche Kandidaten

Kroos aber heißt auch wohl die erste Wahl, wenn es darum geht, Bastian Schweinsteigers Ausfall zu kompensieren. Gemeinsam mit Sami Khedira funktionierte dies auch schon exzellent gegen die Niederlande, gegen die Schweinsteiger nun wahrlich nicht vermisst wurde. Wie sieht es im Fall Lukas Podolski aus? Grundsätzlich bevorzugt der Bundestrainer einen Stoßstürmer, während „Poldi“ oft als hängende Spitze zum Einsatz kommt. Somit bieten sich erneut Reus oder aber auch André Schürrle von Bayer Leverkusen an. In den Blickpunkt spielte sich zuletzt auch immer wieder Mike Hanke, der öfter denn je als Vorbereiter glänzt und ein echter Teamspieler ist. Die Gladbach-Fans verehren ihn deshalb. Auch Löw schätzt diesen Typ Spieler. Aber es bleibt ja auch noch die Option, mit zwei echten Mittelstürmer zu agieren. Denn bei nur einem muss sich Joachim Löw zwischen seinem treuen Weggefährten Miroslav Klose und Bayern-Angreifer Mario Gomez entscheiden. Beide befinden sich aktuell in hervorragender Verfassung. Und anhand der vielen Beispiele wird deutlich: Das Potenzial an Spielern ist da. An Spielern vor allem, bei denen man das Gefühl hat, sie können weiterhelfen und sind nicht nur Mitläufer.

Eng wird es in der Deckung

Und wie sieht die Lage in der Innenverteidigung ohne Per Mertesacker aus? Zunächst meldete sich der „lange Lulatsch“ selbst zu Wort, via Facebook: „Was für ein Mist! Der Fuß sieht bescheiden aus.“ Etwas bescheidener wirkt auch die Auswahl, die Joachim Löw hier zur Verfügung steht, denn neben Kapitän Philipp Lahm ist Mertesackers Erfahrung wertvoll. Ist der ehemalige Bremer fit, wird er wohl auflaufen, während Mats Hummels von Borussia Dortmund und Holger Badstuber von Bayern München um den zweiten Platz in der zentralen Defensive streiten. Gemeinsam werden beide wohl auflaufen, wenn Per Mertesacker nicht spielen wird. Und dahinter? Der Schalker Benedikt Höwedes kommt bei Löw meist auf der Außenposition zum Einsatz, spielt in Gelsenkirchen unter Huub Stevens auch als Innenverteidiger. Gleicher Fall liegt bei Jerome Boateng von den Bayern vor. Und in der Warteschleife steht auch noch HSV-Akteur Heiko Westermann. Grundsätzlich aber hat die Nationalelf, bei aller Kritik, die Per Mertesacker schon ertragen musste, in der Defensive die meiste Mühe, adäquaten Ersatz zu finden. Angst und Bange werden sollte einem als Fan der Adlerträger aber nicht. Einfach gelassen bleiben, ganz so wie der Bundestrainer.



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