Giroud und Malouda vermasseln Deutschland den Auftakt ins EM-Jahr

Veröffentlicht am 29.Feb.2012, 23:33 Uhr von |

Zum Glück war es nur der Auftakt ins EM-Jahr und nicht der Auftakt der Europameisterschaft. Denn auf Joachim Löw wartet noch einige Arbeit. Deutschlands Fußball-Nationalmannschaft war mit einer negativen Bilanz ins Testspiel gegen die Franzosen gegangen. Die Equipe Tricolore baute ihre Erfolgsstatistik im Bremer Weserstadion weiter aus und gewann verdient mit 2:1 (1:0). Es war freilich nicht alles schlecht im Spiel der DFB-Kicker, die aber im zweiten Durchgang ein wenig die Ordnung verloren, was dem Bundestrainer sicher weniger gefallen haben dürfte.

Im Gegensatz zur ersten Hälfte, in der die deutsche Mannschaft zumindest in Ansätzen hatte aufblitzen lassen, warum sie zuletzt von allen Seiten mit Lobeshymnen überschüttet wurde.

Im Bremer Weserstadion unterlag Deutschland der französischen Nationelelf mit 1:2. Bild: Wikipedia/Daniel FR

Im Bremer Weserstadion unterlag Deutschland der französischen Nationelelf mit 1:2. Bild: Wikipedia/Daniel FR

Marco Reus darf erstmals von Anfang an ran

Die ersten Personalien hatte Bundestrainer Joachim Löw ja bereits vor dem Anpfiff geklärt. Tim Wiese kam in „seiner“ Arena, dem Bremer Weserstadion, zum sechsten Länderspieleinsatz für das DFB-Team. Die Innenverteidigung bildeten Mats Hummels von Borussia Dortmund und Holger Badstuber von Bayern München. Jerome Boateng verteidigte auf rechts, während Dennis Aogo vom Hamburger SV für den verletzten Philipp Lahm die linke defensive Seite besetzte. Eine kleine Überraschung hielt Joachim Löw dann aber doch noch bereit: Denn Marco Reus von Borussia Mönchengladbach kam zu seinem Debüt in der Startelf, so dass Thomas Müller von den Bayern auf der Bank Platz nehmen musste. Eine blutjunge Truppe also, die vom Oldie Miroslav Klose als Spielführer aufs Feld geführt wurde. Aber ausgerechnet der 33-Jährige war im ersten Durchgang der auffälligste Akteur im DFB-Team.

Olivier Giroud beweist Torjägerqualitäten

Denn spätestens nach den ersten 45 Minuten wird auch Miroslav Klose wissen, warum sie Hugo Lloris im Tor der Franzosen auch gerne „Spiderman“ nennen. Der Keeper von Olympique Lyon präsentierte sich gleich mehrfach bereits in prächtiger EM-Form. In der 33. Minute stürzte Lloris sich erfolgreich Klose entgegen und entschärfte die bis dahin beste Chance der Hausherren in Bremen. Doch da wohlgemerkt lag Deutschland bereits im Hintertreffen. Denn in der 21. Minute hatte die junge und noch recht unerfahrene Viererkette der Adlerträger nicht gehalten, als Aogo ein Stellungsfehler gegen Valbuena unterlief. Der Franzose bediente mustergültig Olivier Giroud, der wiederum Tim Wiese keine Abwehrchance ließ und eindrucksvoll unter Beweis stellte, warum er mit aktuell 16 Toren für Montpellier HSC der erfolgreichster Torjäger in der französischen Ligue 1 ist.

Holger Badstuber trifft nur den Pfosten

Das DFB-Team, das forsch begonnen hatte, brauchte jetzt zehn Minuten, bis die Offensive wieder an Fahrt aufnahm. Nach der Klose-Chance war Holger Badstuber dem Ausgleich dann ganz nahe: Aber aus spitzem Winkel köpfte der Münchner Innenverteidiger den Ball zwar vorbei an Hugo Lloris, aber eben auch nur an den Pfosten. Die vorletzte gute Gelegenheit vergab unmittelbar vor dem Pausenpfiff dann Mesut Özil, als der Mittelfeldakteur von Real Madrid es aus der Distanz probierte, aber haarscharf das Ziel verpasste. Nachdem dann auch Sami Khedira das Leder nach der anschließenden Özil-Ecke nicht im Netz unterbringen konnte, blieb es beim 0:1-Rückstand. Den Pausenpfiff erlebte André Schürrle von Bayer Leverkusen gar nicht mehr, denn er musste mit einer Nasenverletzung schon in der 40. Minute raus und wurde durch Thomas Müller ersetzt. In der Pause nahm der Bundestrainer dann weitere Wechsel vor: Mario Gomez bekam für Klose seine Bewährungschance und übernahm auch gleich die Kapitänsbinde, Geburtstagskind Benedikt Höwedes vom FC Schalke 04 wurde für Holger Badstuber eingewechselt.

Florent Malouda mit der Vorentscheidung

Die vielen Wechsel taten der Qualität des Testspiels aber keinen Abbruch. Im Gegenteil, es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Vorteilen für die Franzosen, weil das DFB-Team sich nun einige Mängel in Sachen Konzentration und Ballsicherheit leistete. Also musste Tim Wiese die Fäuste zu Hilfe nehmen, als es Debuchy aus stolzen 30 Metern mit aller Gewalt versuchte (55.). Deutschland antwortete mit Schüssen durch Reus und Özil, doch das konnte nicht verwischen, das Les Bleus immer mehr Oberwasser bekam. Valbuena erhielt die nächste Chance, das Leder strich ganz knapp am Pfosten vorbei. Nach einer Flanke von Thomas Müller hatten die Franzosen allerdings Glück, als Gomez den Ball haarscharf verpasste, der nur zwei, drei Zentimeter am Tor vorbeirauschte (67.). Fast im Gegenzug fiel dann die Entscheidung, wieder über die linke Seite des DFB-Teams, wo Aogo Debuchy flanken ließ, Boateng und Hummels mit vereinten Kräften zwar Giroud stoppten, den Nachschuss von Florent Malouda aber auch nicht mehr verhindern konnten. Wiese war zum zweiten Mal machtlos, und es stand 2:0 für die Equipe Tricolore (69.). Auch das Tor des Stuttgarters Cacau in der Nachspielzeit konnte an der Niederlage nichts mehr ändern (90.+1).

Wieder kein Sieg mit Wiese im Tor

Es bleibt also dabei: Auch im sechsten Spiel mit Tim Wiese im Kasten hat Deutschland nicht gewonnen. Die Bilanz gegen Frankreich bleibt negativ. Und Kapitän Philipp Lahm ist aktuell auf der linken Abwehrseite nicht zu ersetzen. Zumindest nicht durch Dennis Aogo, der einen schwachen Auftritt ablieferte. Auch Mario Gomez blieb wesentlich blasser als im ersten Durchgang noch Miroslav Klose, der auch viel nach hinten arbeitete. Aber wie gesagt: Es war der Auftakt des EM-Jahres, nicht der Auftakt der EM 2012 in Polen und der Ukraine. Noch exakt 100 Tage bleiben Bundestrainer Joachim Löw nun, um an seiner Elf zu basteln. Zumindest die grünen Auswärtstrikots standen der DFB-Elf schon einmal exzellent…



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