Comeback für Werder Bremen: Sebastian Boenisch träumt von der EM

Veröffentlicht am 12.Jan.2012, 08:00 Uhr von |

Sebastian Boenisch ist Fußballer. Und da ist es nur selbstverständlich, dass der Profi von Werder Bremen von der Europameisterschaft 2012 träumt. Das Problem war immer: Im Notizblock von Bundestrainer Joachim Löw fand der Bremer nie Platz. Zu groß war und ist die Konkurrenz für den Linksverteidiger. Also entschied sich Sebastian Boenisch, der mit Deutschlands U21 2009 in Schweden bereits Europameister wurde, für das berühmte Hintertürchen. Der im polnischen Gliwice geborene Boenisch entschied sich gegen die deutsche und für die polnische Nationalmannschaft, die neben der Ukraine bekanntlich Gastgeber der EM 2012 sein wird.

Im September 2010 gab Sebastian Boenisch gegen die Ukraine (1:1) sein Debüt in der Nationalelf Polens. Auch beim 1:2 gegen Australien drei Tage später stand der Spieler von Werder Bremen auf dem Platz. Seine einzige Bundesligapartie in der Saison 2010/11 bestritt der Linksverteidiger am zweiten Spieltag gegen den 1. FC Köln noch vor den Länderspielen. Was folgte, war eine Hiobsbotschaft und 16 lange Monate des Schuftens. Die Diagnose: Knorpelschaden im Knie. Boenisch verschwand von der Bildfläche. Und damit rückte auch der Traum von einer Teilnahme an der Euro 2012 mit Polen in weite Ferne.

In Polen wartet man auf Sebastian Boenischs Rückkehr

Aufgegeben hat Sebastian Boenisch aber nie. Zur Vorbereitung auf die Rückrunde nahm Thomas Schaaf seinen Außenverteidiger mit ins Trainingslager ins türkische Belek, wo Boenisch beim 2:1-Sieg gegen AZ Alkmaar in der 63. Minute eingewechselt wurde. Das Comeback weckt neue Hoffnungen. Auf einen Verbleib bei Werder Bremen, aber auch auf eine EM-Nominierung für Polen. „Das Knie hält“, gab Sebastian Boenisch nach dem Schlusspfiff überglücklich zu Protokoll. In Polen jedenfalls habe man ihn nicht vergessen. Nationaltrainer Franciszek Smuda erkundige sich regelmäßig nach seinem Gesundheitszustand. „Er wartet nur darauf, dass ich endlich zurückkomme“, erzählt Boenisch.

„Wenn wir die Vorrunde schaffen, ist alles drin“

Viele Leute hätten ihn während seiner Leidenszeit angerufen, gefragt, ob die Zeit bis zum Sommer reiche. Sie scheint tatsächlich zu reichen. Jetzt muss Sebastian Boenisch bei Werder Bremen aber um seinen Stammplatz kämpfen. „Denn wenn ich bis zur EM kein Spiel mehr für Werder mache, wird es wohl auch nicht für die Startelf für Polen reichen“, glaubt der Außenverteidiger, der Zaungast beim Testspiel die polnischen Nationalmannschaft gegen die DFB-Elf in Danzig war. „Beim 2:2 haben die Deutschen schon mal einen Vorgeschmack bekommen, wie es gehen kann.“ Boenisch glaubt zwar, dass der EM-Titel mit Polen eher unrealistisch sei, aber auch: „Wenn ich mit einem Team bei einem Wettbewerb antrete, will ich auch gewinnen. Wenn wir die Vorrunde schaffen, ist alles drin.“



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